Leistung Wasserboxer

Alles zur Technik der wassergekühlten 1200er Boxermodelle.
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ralfr1200r
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Leistung Wasserboxer

Beitrag von ralfr1200r » Fr 6. Okt 2017, 11:19

Gibt es Bremsdiagramme im Vergleich offene Variante (125 PS) zur gedrosselten Ausfühung (107 PS)?
Hier würde mich insbesondere die Drehmomentkurve interessieren.

Larsi
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Re: Leistung Wasserboxer

Beitrag von Larsi » Fr 6. Okt 2017, 14:40

???

Ich kenne nur die 125PS-Version.
Gedrosselte Varianten sind mir nicht bekennt.
Was sollen das für Moppeds sein?

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lutzb
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Re: Leistung Wasserboxer

Beitrag von lutzb » Fr 6. Okt 2017, 17:53

Ein Bremsdiagramm?
Was hat den ein Bremsdiagram mit der Leistung des Motorrads zu tun?
Solche Diagramme werden doch für unterschiedliche Bereifung oder Bremsscheiben/-beläge erstellt, aber doch nicht für die max. Leistung eines Fahrzeuges.

Meinst du ggf. etwas anderes?

Ich habe bislang keine LC mit dem Leistungsreduktionssatz im echten Leben gesehen. Ergibt für mich auch relativ wenig Sinn, eine solches Motorrad zu erwerben und dann aus Kostengründen (Versicherung) !!!! auf 98PS (respektive 107PS) zu drosseln. Da würde ich lieber schieben statt zu fahren. ;-)

.:. lutz (mit 125PS)

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gerd_
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Re: Leistung Wasserboxer

Beitrag von gerd_ » Sa 7. Okt 2017, 08:23

Hi
Naja, es könnte in einem anderen Land interessant sein.
"Bremsdiagramm" dürfte eine falsche Wortwahl sein. Darauf deutet die Frage nach dem Drehmoment.
Andernfalls sage ich "die Bremsdiagramme sind identisch weil es dabei nur auf Geschwindigkeit und Gewicht ankommt".
gerd
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ralfr1200r
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Re: Leistung Wasserboxer

Beitrag von ralfr1200r » Di 10. Okt 2017, 09:22

Mit "Bremsdiagramm" meinte ich nicht die Fahrzeugbremsen, sondern die im Motorenbau graphische Erfassung von relevanten Daten
(Leistung, Drehmoment) auf einem Prüfstand.
Versicherunstechnische Aspekte sind nicht relevant, da die Versicherungshöhe bei beiden Varianten gleich ist.
In der Betriebsanleitung ist neben der 125 PS-Variante auch eine gedrosselte Ausführung mit 107 PS beschrieben. Diese Drosselung kann jede BMW-Werkstatt elektronisch realisieren. Welche Daten dabei geändert werden, ist mir nicht bekannt.
Interessant ist jedoch, dass die Drosselvariante das max. Drehmoment schon bei 5250 U/min abgibt (wenn auch 3 Nm weniger), hingegen die offene Version erst bei 6500 U/min.
Also könnte, rein theoretisch, der Drehmomentverlauf der 107 PS-Version im unteren und mittleren Drehzahlbereich durchaus günstiger verlaufen.
Insofern würden mich, im Vergleich, beide Drehmomentverläufe interessieren.

RedPunto
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Re: Leistung Wasserboxer

Beitrag von RedPunto » Mi 27. Mär 2019, 14:48

lutzb hat geschrieben:
Fr 6. Okt 2017, 17:53
Ich habe bislang keine LC mit dem Leistungsreduktionssatz im echten Leben gesehen. Ergibt für mich auch relativ wenig Sinn, eine solches Motorrad zu erwerben und dann aus Kostengründen (Versicherung) !!!! auf 98PS (respektive 107PS) zu drosseln. Da würde ich lieber schieben statt zu fahren. ;-)
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Alwin
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Re: Leistung Wasserboxer

Beitrag von Alwin » So 31. Mär 2019, 19:22

Mal ne Frage....

Würde man die Minderleistung (107 PS) merken? Denke, durch den großen Hubraum und das große Drehmoment eher weniger.

Aber krass finde ich die Steuern in Belgien.... Knapp über 120 zu fast 500 Euro und das für wenige PS....
Bild

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Re: Leistung Wasserboxer

Beitrag von Wolle » Mo 1. Apr 2019, 09:20

Zum Thema Bremsdiagramm. Dazu muss man das Funktionsprinzip einen Leistungspüfstandes verstehen. Hier wird kurz gesagt mit dem Hinterrrad des Motorrades eine im Boden liegende Rolle angetrieben. Diese Rolle wird im Prüfstand abgebremst und die dabei anliegende Drehzahl sowie das auftretende Bremsmoment aufgezeichnet. Daraus ergibt sich die sogenannte Leistungskurve. Das auftretende Bremsmoment ist vereinfacht so zu verstehen: Wenn ich z.B. mein Moped auf dem Hauptständer (Hinterrad frei drehbar) gestellt , mit eingelegten Gang bei Vollgas mit der Hinterradbremse abbremsen würde, könnte ich theoretisch die auftretende Rückhaltekraft der Bremse im Bremsanker(Befestigungspunkt der Bremse an der Schwinge bzw Zugstange bei BMW) messen. Diese multipliziert mit Hebelarm , in diesem Fall Abstand des Befestigungspunktes des Bremsankers zum Drehpunktes des Hinterrades ( Achse) ergibt sich das Bremsmoment. Dieses über die Drehzahlen aufgezeichnet wäre die besagte Leistungskurve. Der Einfachheit halber wird dies natürlich im Leistungsprüfstand über die Laufrolle des Prüfstandes ermittelt. Je mehr PS am Hinterrad umso mehr muss ich abbremsen umso grösser ist mein Bremsmoment umso höher ist meine Leistungskurve. Habe mal vor 50 Jahren Maschinenbau studiert. Ganz einfach oder nicht? Gruss Wolle
Zuletzt geändert von Wolle am Mo 1. Apr 2019, 09:37, insgesamt 1-mal geändert.

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gerd_
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Re: Leistung Wasserboxer

Beitrag von gerd_ » Mo 1. Apr 2019, 09:27

Hi
Die Frage ob man die fehlende Leistung merkt kann man mit "ja" beantworten. Die Karre geht dann wahrscheinlich nicht mal mehr 200. Das ist für eine Grossenduro natürlich jämmerlich :-), aber nirgendwo in EU interessant ausser in DE. Ebenso wird die Beschleunigung leiden ud dann sogar über 4s liegen.
Das könnte man mit einer kürzeren HAG kompensieren, hat aber dann Probleme mit Lärm und Abgas.
Insgesamt wird die Begrenzung wahrscheinlich durch weniger Frühzündung bei höheren Drehzahlen realisiert und so kann man unter Last eben nicht hoch genug drehen um die "volle" Leistung zu erreichen die der Motor mechanisch hergeben würde.
Dafür genügt billigerer Sprit.
Meines Wissens wird auf den Leistungsprüfständen das Drehmoment ermittelt ("gebremst") und dann die Leistung mit Hilfe der Drehzahl errechnet.
Alles Dinge die meine 1150 nicht interessieren weil die ohnehin keine 200 schafft :-)

Die "Abgaben" für ein Fahrzeug sind EU-weit interessant.
Vielleicht können die Kollegen aus den umliegenden Ländern wie AT, IT, FR mal sagen was sie so an Steuer/Versicherung und sonstigen Pflichtabgaben berappen (Rabatte erwähnen!) und was bei ihnen "20 zu schnell" kostet.
Danach müsste sich wohl jeder einen Wohnsitz in Rumänien zulegen :-).
gerd
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Re: Leistung Wasserboxer

Beitrag von Wolle » Mo 1. Apr 2019, 09:54

Genau Gerd, Das Moment ist physikalisch immer Kraft mal Hebelarm. Da der Hebelarm sowohl im Prüfstand alsauch am Moped eine Konstante ist kommt es eigentlich nur auf die Kraft (Rückhaltekraft des Bremsankers) an. Diese Kraft wird im Prüfstand bei allen Drehzahlen ermittelt und im Diagramm aufgezeichnet. Das ist die Leistungskurve. Viel Spass mit deiner 1150. Hatte auch mal eine 150 000 km. Tut ehrlich gesagt noch immer ein bisschen weh. Gruss Wolle

Franz Gans
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Re: Leistung Wasserboxer

Beitrag von Franz Gans » Do 4. Apr 2019, 21:23

Wolle hat geschrieben:
Mo 1. Apr 2019, 09:54
150 000 km. Tut ehrlich gesagt noch immer ein bisschen weh.
Was denn? Der Hintern von der schlechten Originalsitzbank? Kann ich bestaetigen, weil (anfangs) gleich mit der R1100GS.

Viele Gruesse
Karl-Heinz

der niederrheiner
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Re: Leistung Wasserboxer

Beitrag von der niederrheiner » Fr 5. Apr 2019, 07:36

Es soll doch so Fahrradcomputer geben, da kannste alles Mögliche mit Berechnen und aus den Werten dann noch endlos Weiterrechnen.

Interessant find ich den Punkt, das man da halt auch die Beschleunigung von, z. Beispiel, 37km/h auf 113km/h, messen lassen kann. Das mit den verschiedenen Modellen und man hat Werte die vielleicht näher dran sind am wirklichen Leben.


Stephan

der niederrheiner
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Re: Leistung Wasserboxer

Beitrag von der niederrheiner » Fr 5. Apr 2019, 07:39

gerd_ hat geschrieben:
Mo 1. Apr 2019, 09:27
Hi
. . .

Die "Abgaben" für ein Fahrzeug sind EU-weit interessant.
Vielleicht können die Kollegen aus den umliegenden Ländern wie AT, IT, FR mal sagen was sie so an Steuer/Versicherung und sonstigen Pflichtabgaben berappen (Rabatte erwähnen!) und was bei ihnen "20 zu schnell" kostet.
. . . :-).
gerd
Besser nicht. Anschleissend bemerkt der Ein oder Andere, das wir hier, BRD, doch ziemlich günstig liegen. . .


Stephan

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Re: Leistung Wasserboxer

Beitrag von kboe » Do 20. Jun 2019, 21:12

Wolle hat geschrieben:
Mo 1. Apr 2019, 09:54
Genau Gerd, Das Moment ist physikalisch immer Kraft mal Hebelarm. Da der Hebelarm sowohl im Prüfstand alsauch am Moped eine Konstante ist kommt es eigentlich nur auf die Kraft (Rückhaltekraft des Bremsankers) an. Diese Kraft wird im Prüfstand bei allen Drehzahlen ermittelt und im Diagramm aufgezeichnet. Das ist die Leistungskurve.
Oberlehrermodus an:
Sowas hab ich noch nie gehört oder gelesen :roll: :ugeek:

Bei einfachen Rollenprüfständen wird eine Rolle, deren Masse und damit Trägheitsmoment bekannt ist, vom Hinterrad beschleunigt. Diese Beschleunigung wird gemessen und daraus die Hinterradleistung errechnet.
Danach wird die Kupplung gezogen und die Rolle rollt aus. Somit ermittelt man das Bremsmoment des Getriebes und kann daraus auf die Leistung an der Kupplung rückschließen.
Mit so einem Prüfstand kann nur während Beschleunigung gemessen werden.
Bremsprüfstände werden über eine Wirbelstrom- oder auch hydraulische Bremse gebremst. Mit so einem Prüfstand kann auch die Leistung bei konstanter Drehzahl gemessen werden, sowie die Bremswirkung und somit Belastung des Motors frei gewählt werden.
Von daher kommt auch die Bezeichnung Brems-PS.

Irgendwelche Hebelarme und Bremsankerplatten haben mit Leistungsmessung nun wirklich nix zu tun....
Oberlehrermodus aus.

gruß
kboe

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