100.000 km und MEHR

Alles zur Technik der wassergekühlten 1200er Boxermodelle.
Antworten
Benutzeravatar
GSA1
Beiträge: 290
Registriert: Mo 11. Jul 2016, 21:07
Modell: R1200GSA-LC
Wohnort: 3240 Mank

100.000 km und MEHR

Beitrag von GSA1 » Sa 23. Sep 2017, 16:00

Heute ist meine GSA 3 Jahre alt geworden!!
Auf der heutigen Ausfahrt habe ich die 100.000 km GEKNACKT!!

Mein Erfahrungsbericht über 100.000 km
Motor:
+ Durchzugsstark ab 2500 U/min und immer ausreichend Leistung
Sparsam ᴓ4,8l/100km, gute Gasannahme und kein Konstantfahrruckeln
- lautes mechanisches Geräusch, ist sehr leicht Abzuwürgen, zu lauter Auspuff
Getriebe:
+ leerlaufsuche Unproblematisch, Gänge lassen sich gut Schalten, kein Gangspringen
- starker Klong beim Einlegen der ersten Ganges, muss mit Nachdruck geschaltet werden,
Im Gelände könnte der Erste etwas kürzer Übersetzt sein und auf der Autobahn der Sechste länger
Fahrwerk:
+ ESA funktioniert Einwandfrei, gelungene Abstimmung
- Laute Fahrgeräusche vom Vorderreifen und starke Verschmutzung durch Hinterreifen
Licht:
+ LED einwandfrei
- Kurvenlicht fehlt
Bremsen:
+ Sie bremsen
- hoher verschleiß bei Belägen und Scheiben, Originalersatzteile Überteuert, kein klarer Druckpunkt
vorne und wandernder Druckpunkt hinten
Kupplung:
+ Leichtgängig und gut Dosierbar
- trennt bei kalten Öl schlecht
Verarbeitung:
+ ich habe keine Teile verloren, gute Kabelführung
- Schalter teilweise hackelig, rostanfälliger Stahl, Griffe nützen sich stark ab
Allgemein:
Die ADV hat mich nie im STICH gelassen!!
Teuer in der Anschaffung jedoch Service relativ günstig (Serviceintervall 15 oder 20tkm währe Ausreichend)
Ich würde das Motorrad sofort WIEDER Kaufen.

Schäden:
Wasserpumpe bei 10tkm gewechselt
Hupenhalterung bei 18tkm gebrochen
Griffe starke Abnutzung bei 40tkm
Wurde alles auf Garantie getauscht.

Bei 65tkm Auspuffklappe fest (auch mit offener Klappe keine Probleme mit TÜV) und bei 94tkm
RDC Sensor (Kulanzantrag gestellt)hinten mit ausfällen.

Bild

Bild

Bild

LG
Bertl
Der Weg ist das ZIEL :thumb: Gelände-Straße-Abenteuer

rthotn
Beiträge: 38
Registriert: Di 3. Mär 2015, 10:03
Modell: R60/7, R1200 GS

Re: 100.000 km und MEHR

Beitrag von rthotn » Fr 29. Sep 2017, 22:04

Hallo.
Wurde der Kulanzantrag angenommen?
Gruß.

Benutzeravatar
gerd_
Beiträge: 2441
Registriert: So 17. Jun 2012, 20:40

Re: 100.000 km und MEHR

Beitrag von gerd_ » Sa 30. Sep 2017, 08:52

Hi
OK, Du bist zufrieden.
Aber eine defekte Wasserpumpe, eine gebrochene Hupenhalterung und derart stark abgenutzte Griffe bei den angegebenen Laufleistungen halte ich für "naja" und verbesserungsbedürftig. Zumal die defekte Wasserpumpe irgenbdwie "normal" zu sein scheint.
Rechnet man damit, dass nicht jeder diese jährliche Laufleistung erreicht, so werden diverse Schäden den Geldbeutel des Halters strapazieren.
Die feste Auspuffklappe liegt preislich im sehr deutlich dreistelligen Bereich.
Auf Garantie hast Du -nebenher bemerkt- gar nichts bekommen. BMW gibt keine Garantieversprechen sondern Gewährleistung.
Also BMW: Qualitativ gibt es viel zu verbessern. Packt es an!
gerd
Vollkommenheit entsteht offenbar nicht dann, wenn man nichts mehr hinzuzufügen hat, sondern wenn man nichts mehr wegnehmen kann.
Antoine de Saint=Exupéry

Bon Voyage
Beiträge: 29
Registriert: Do 7. Jul 2016, 20:19
Modell: 12er GS-A LC

Re: 100.000 km und MEHR

Beitrag von Bon Voyage » So 26. Nov 2017, 11:36

gerd_ hat geschrieben:
Sa 30. Sep 2017, 08:52

Also BMW: Qualitativ gibt es viel zu verbessern. Packt es an!
gerd
Moin Gerd, leider hast Du bei diesem Punkt recht.
Wasserpumpen Schalter-Einheiten, jetzt die Geschichte mir den Standrohren etc.
Irgendwelche schlauen Ingenieure im Einkauf denken anscheinend, es lebt sich gut vom Ruf den BMW (noch) hat.
Der Fairness halber muss man sagen, das BMW sehr kulant ist wenn es um die Schwachstellen geht.

Bei der Bekleidung ist es inzwischen ganz schlimm, das ist mit viel gutem Willen nur noch Polo Niveau.
Die Lieferanten werden anscheinend preislich so sehr gedrückt, dass auch dort die Qualität auf der Stecke bleibt, der Lopez Effekt.
Ich persönlich habe dieses Jahr anstelle des Atlantis mir lieber was von Schwabenleder machen lassen. Preislich übrigens fast kein Unterschied.
Der Enduro-Anzug (das war die letzte Anschaffung mit BMW Label) löst sich an mehren Stelle auf, leider nach Ablauf der Gewährleistung).

Benutzeravatar
gerd_
Beiträge: 2441
Registriert: So 17. Jun 2012, 20:40

Re: 100.000 km und MEHR

Beitrag von gerd_ » So 26. Nov 2017, 17:43

Hi
Bei den Klamotten hatte ich den Rallye 2. Absolut erste Sahne. Nach (zu) kurzer Zeit war der Kunstlederbesatz am Kragen porös. Schöffel macht(e) den Service.
Angerufen, "schicken Sie das Ding her, dauert 4 Wochen". Das erschein mir in der Saison etwas lang und ich hab' gefragt "wenn ich das Material haben könnte, eine Schneiderin hätte ich im Freudeskreis". Es kam derart viel Kunstleder und "Innenleben", dass wir noch 2 Aktentaschen hätten machen können.
Insgesamt hab' ich das Teil 13 Jahre gefahren doch dann waren Schädlinge drin (sogg. "Kalorien", die machen die Klamotten enger!).
gerd
Vollkommenheit entsteht offenbar nicht dann, wenn man nichts mehr hinzuzufügen hat, sondern wenn man nichts mehr wegnehmen kann.
Antoine de Saint=Exupéry

Bon Voyage
Beiträge: 29
Registriert: Do 7. Jul 2016, 20:19
Modell: 12er GS-A LC

Re: 100.000 km und MEHR

Beitrag von Bon Voyage » Di 28. Nov 2017, 04:49

Moin,

BMW als internationaler Konzern versucht natürlich durch internationalen Zukauf von Teilen oder ganzen Komponenten die Kosten zu reduzieren.
Die neue G Reihe wird in Indien vom gleichen Hersteller gebaut der auch die TukTuks baut.
Die Motoren der 800ter kommen seit neuestem aus China.
Na ja und die Bekleidung kommt aus Indonesien etc.

Das muss nicht grundsätzlich bedeuten das die Qualität schlecht ist.
Allerdings hat BMW anscheinend gerade mit den zugekauften Teilen seit einiger Zeit Probleme mit der Qualität.
Die Kosten für entsprechende Nachbesserungen sind das eine, schlimmer ist das m.E. dass, das Label "Premium Marke" stark darunter leidet.
Nur so, also mit Qualität, konnte BMW in der Vergangenheit seine Preise rechtfertigen.
Wenn ich ehrlich bin hält mich an BMW nur noch mein Händler und die Tatsache das ich mit 1,90 nur auf einer BMW vernünftig sitzen kann.
KTM hat schon eine ernstzunehmende Antwort auf die GS und wenn Husqvarna auch noch ein bisschen in den Regalen bei KTM stöbere darf ...
... wie heißt es im Volksmund, viele Hunde sind des Hasen tot (oder so ähnlich)

Benutzeravatar
GSA1
Beiträge: 290
Registriert: Mo 11. Jul 2016, 21:07
Modell: R1200GSA-LC
Wohnort: 3240 Mank

Re: 100.000 km und MEHR

Beitrag von GSA1 » Do 23. Aug 2018, 17:35

Die RDC Sensoren wurden neu Angelernt, erst der vierte Versuch funktionierte!!

Kulanz nicht möglich, da die Reifenwechsel nicht bei BMW gemacht wurden?????

LG
Bertl
Der Weg ist das ZIEL :thumb: Gelände-Straße-Abenteuer

Benutzeravatar
gerd_
Beiträge: 2441
Registriert: So 17. Jun 2012, 20:40

Re: 100.000 km und MEHR

Beitrag von gerd_ » Fr 24. Aug 2018, 10:41

Hi
Mein Beispiel mit den Klamotten (made in China) war eigentlich positiv gedacht. Vor dem RallyeII hatte ich noch keinen derart gut durchdachten Anzug der "an einigen Stellen einfach so war wie wie ein Anzug zu sein hat". Dazu passte er mir. Bei allen Anderen waren die Hosenbeine und Ärmel immer zu kurz. Nach 12 Jahren war er dann etwas ausgebleicht und, wie erwähnt, hatte er Schädlingsbefall (Kalorien :-)).
Wenn die Qualitätssicherung passt kann ein Teil überall auf der Welt in gleicher Qualität gefertigt werden. Ob das politisch, arbeitsmarktbezogen vernünftig ist lasse ich mal weg.
Beispiel:
Wenn man ein Rücklicht bestellt 50mm hoch 100 breit 20 tief, LED Variante, Bremslicht/Rücklicht, E-konform mit Befestigungsbohrungen von hinten is eigentlich alles gesagt. Eigentlich.
Aber ob die Schaltung im Inneren 2 Jahre +1 Tag oder 20 Jahre hält wurde nicht erwähnt. Ob in den Befestigungsbohrungen metallene Gewindemuffen eingespritzt sind oder ob man Blechschrauben in Kunststoff dreht auch nicht. Was geschieht wenn man die Blechschrauben wieder rausdreht (und der Kunststoff dranhängt) ebenfalls nicht.
Legt man das Alles auch noch fest, wird das "sooo günstige" Produkt auf einmal weniger günstig.
Leider scheinen einige Teile von Einkäufern/Verhandlern bestellt zu werden die "nicht ganz fertig denken".
Qualität endet nicht wenn das Teil an den Kunden ausgeliefert ist und 2 Jahre Gewährleistung überstanden hat.
Und leider habe ich immer wieder den Eindruck, dass einige Teile von Werkstudenten konstruiert werden und niemand deren Erguss begutachtet bevor er in Serie geht. Einfaches Beispiel: Ist in einem Behälter ein Medium -in dem Fall Öl- und erwärmt man das Ganze, so dehnt sich das Medium aus, es entsteht Druck. Entweder ist der Behälter druckfest oder man sorgt dafür dass er keinen Druck aufbauen kann und sieht eine Be/Entlüftung vor?
So schlau waren bereits die Ägypter.
Bei BMW hiess das "erstes HAG der 1200" und der Druckausgleich erfolgte indem der Wedi vom Druck rausgepresst wurde. Sorry, aber das sind Basics! Ein Friseur braucht nicht daran denken (aber muss man ihm extra sagen, dass er das Ohr nicht schneiden braucht?) aber bei einem Maschinenbauer wäre es nicht schlecht. Der hat dann vielleicht auch einen Konstruktionsleiter (Mutterschaft?) und einen Abteilungsleiter (Zitronenfalter?). "Weshalb hatten die die vorher verwendeten HAG so eine Belüftung?" wäre auch eine Frage die sich ein Konstrukteur hätte stellen können. Falls es der "dringende Wunsch" seines Konstruktionsleiters war, hätte dieser schriftlich von mir, dasss ich das auf seinen Wunsch aber nur entgegen besserem Wissen so mache. Habe ich in meiner Karriere 2x gemacht und 2x versuchte "jemand" das Resultat auf mich zu schieben. Das entsprechende "uralte" Mail weitergeleitet und schon war ich raus. Da bist Du nicht mehr der "Freund" vom Chef aber auch nicht der "schuldige Depp". Nach dem zweiten Mal hab' ich gekündigt. Mein Chef hat auch gekündigt worden :-).
Kein Mensch ist perfekt und jeder macht mal Fehler. Aber a) bitte keinen solchen und b) weshalb merkt es der Vorgesetzte nicht? Ein HAG für die Serie konstruiere ich nicht in 2 Tagen und gebe es in die Fertigung wenn der Boss grad' auf einer Besprechung ist.
Die Qualität liegt also nicht am Fertigungsort.
gerd
Vollkommenheit entsteht offenbar nicht dann, wenn man nichts mehr hinzuzufügen hat, sondern wenn man nichts mehr wegnehmen kann.
Antoine de Saint=Exupéry

Antworten