Bremsflüssigkeit tauschen bei teilintegralem ABS

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Tuner01
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Bremsflüssigkeit tauschen bei teilintegralem ABS

Beitrag von Tuner01 » So 23. Jul 2017, 11:01

Hallo zusammen,
ich weiss es ist ein heikeles Thema. Aber folgende Überlegung: Machiene anlassen zwei drei Meter fahren bis die rote Bremsüberwachung ausgeht. Motor laufen lassen. Vorratsbehälter öffnen, vordere rechte Bremszangen Entlüftung öffnen ( Schlauch und Behälter angeschlossen ) und mit der Bremshebel langsam die Bremsflüssigkeit raus drücken. Oben nachfüllen usw. Hintere System genaus so verfahren nur den hinteren Behälter nachfüllen.
Die frage die sich stellt ist ob das System dies mitmacht?? Hat jemand eine Meinung dazu, oder geht es ganz anders?
MfG
Erwin

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JRR
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Re: Bremsflüssigkeit tauschen bei teilintegralem ABS

Beitrag von JRR » So 23. Jul 2017, 16:35

Hi,
Ich würd die Finger von dem System lassen, wenn du nicht gerade das Diagnosegerät von BMW zu Hause stehen hast, das den Entlüftungstest dieser Bremsanlage durchsteuert....
Nur mal nebenbei, mit der Handarmatur steuerst du nicht die Bremszangen an, sondern den Druckmodulator....guckst du hier https://www.powerboxer.de/bremsen/438-bremsen-entln,
ansonsonsten steht hierhttps://www.powerboxer.de/bremsen alles Wissenswerte über das Bremssystem mit Servounterstützung/Teilintegral

Grüße

Jochen
geht nicht--gibts nicht--schon wieder kaputt

TE-Biker-89
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Re: Bremsflüssigkeit tauschen bei teilintegralem ABS

Beitrag von TE-Biker-89 » Mo 24. Jul 2017, 16:07

Lass die Finger vom ABS das ist sparen am falschen Ende. Such dir eine frei Motorrad Werkstatt die sich in Richtung BMW spezialisiert hat. Kosten sind hier wirklich ertragbar.

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Larsi
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Re: Bremsflüssigkeit tauschen bei teilintegralem ABS

Beitrag von Larsi » Mo 24. Jul 2017, 16:48

Tuner01 hat geschrieben:
So 23. Jul 2017, 11:01
Hallo zusammen,
ich weiss es ist ein heikeles Thema. Aber folgende Überlegung: Machiene anlassen zwei drei Meter fahren bis die rote Bremsüberwachung ausgeht. Motor laufen lassen. Vorratsbehälter öffnen, vordere rechte Bremszangen Entlüftung öffnen ( Schlauch und Behälter angeschlossen ) und mit der Bremshebel langsam die Bremsflüssigkeit raus drücken. Oben nachfüllen usw. Hintere System genaus so verfahren nur den hinteren Behälter nachfüllen.
Die frage die sich stellt ist ob das System dies mitmacht?? Hat jemand eine Meinung dazu, oder geht es ganz anders?
MfG
Erwin
Geht nicht.
Der Vorrat für die Bremszangen ist im Hydraulikblock.
Wenn du da nachfüllen willst muss der Tank runter sein -> nix mit "laufen lassen".

Schau dir das System erst mal grundlegend an ... (powerboxer.de)

Oder mal hier gucken (dasselbe System, nur in der R1200GS):
https://www.youtube.com/watch?v=YLM25NYvlas
https://www.youtube.com/watch?v=a1ktxY_bgQY
Gruß Lars
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Tuner01
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Re: Bremsflüssigkeit tauschen bei teilintegralem ABS

Beitrag von Tuner01 » Di 1. Aug 2017, 11:21

Erst einmal DANKE für die lehrreiche Antwort. Da drägt sich mir sofort ein Gedanke auf. Da das Gebersystem offensichtlich gänzlich vom ausführendem System getrennt ist, würde es doch reichen nur die Bremsflüssigkeit im Nehmersystem auszutauschen, denn nur dies wird richtig warm. Zumindes könnten die Tauschintervalle im Gebersystem deutlich länger sein. Oder...?
Erwin :thumb:

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Larsi
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Re: Bremsflüssigkeit tauschen bei teilintegralem ABS

Beitrag von Larsi » Di 1. Aug 2017, 12:34

Ist mMn auch so.
Oben vier Jahre und unten zwei Jahre (oder so ähnlich).

Viele schwören aber auf häufigeren Wechsel, als Vorbeugung zum Ausfall.
Ob sinnvoll oder nicht, mag ich nicht beurteilen.
Gruß Lars
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Re: Bremsflüssigkeit tauschen bei teilintegralem ABS

Beitrag von Fahri01 » Di 1. Aug 2017, 14:38

Larsi hat geschrieben:
Di 1. Aug 2017, 12:34


Viele schwören aber auf häufigeren Wechsel, als Vorbeugung zum Ausfall.
Habe ich auch immer so gehalten und die Kupplung gleich mit!
Die Verkleidungen und der Tank waren sowieso ab, dann war das ein Abwasch!

Gruß
Karsten

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gerd_
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Re: Bremsflüssigkeit tauschen bei teilintegralem ABS

Beitrag von gerd_ » Di 1. Aug 2017, 14:44

Hi
"Oben" braucht man die Flüssigkeit eigentlich nur tauschen weil es Geld bringt.
Der Tausch generell ist notwendig weil Bremsflüssigkeit hygroskopisch ist und Wasser "anzieht". Ist der Wassergehalt zu hoch neigt sie zum Sieden, erzeugt Dampf und Blasen und es bremst somit nicht mehr (gescheit). Als "zu hoch" wird ein Wert von >3% betrachtet (Angabe von ATE mit Hinweis, dass das im Rennbetrieb zu viel ist).
Dass Wasser durch Leitungswände diffundiert bezweifle ich seit zig Jahren. Theoretisch kann man das nachweisen, praktisch halte ich es für zu vernachlässigen.
Die wesentliche "Eintrittsöffnung" für Wasser sehe ich an der Dichtung der Bremskolben in den Sätteln. Damit diese nicht "abgeschmirgelt" werden, muss notgedrungen etwas "Schmieriges" zwischen Kolben und Gummiring sein. Das "Etwas" heisst Bremsflüssigkeit und wird mit Hochdruck dazwischengepresst. Keine Massen aber ein winziges Bisschen. Dieses "Bisschen" zieht (Regen)wasser an sich und befördert es nach "innen".
Beweisen kann ich das nicht aber es scheint mir zumindest wesentlich wahrscheinlicher als die absurde Diffusionstheorie gegen einen Innendruck (der bei der Aussage ohnehin unterschlagen wurde!). Auch nach zig Jahren poröse Bremsleitungen sind zwar schlecht haben aber mit Diffusion an einem ordnungsgemässen Schlauch nichts zu tun.
Da könnte ich auch die Wirksamkeit eines Fallschirms bezweifeln weil ich mal gesehen habe was passiert wenn man einen 30 Jahre altes, aber gerade frisch gepacktes Modell verwendet. Nein, es hing kein Soldat dran sondern nur ein Gewicht, ich war nur der Packer und es war eine (Nicht-Funktions-) Demo.

Bremsflüssigkeit die wir nach 11 Jahren in einem ABS IIIG1 System mit Stahlflex gemessen haben, hatte im Primärkreis weniger als 1% Wasser, im Sekundärkreis etwas über 2%.
Das ist weder Statistik noch will ich daraus eine Empfehlung ableiten, sondern nur eine Feststellung.

Ähnlich ist es bei der Kupplung. Zum Einen kommt da gar kein Wasser ran, zum Anderen wird die Flüssigkeit nicht warm und echter Druck ist auch nicht drauf. Wer es selber macht den kostet der Wechsel ein paar Cent und etwas Bastelzeit. Wer Angst hat, dass die Kupplung ausfällt lässt es eben machen. Vor einem defekten Ausrücklager schützt es nicht. Wenn das Ding ex ist, dann dreht der Kolben mit, raspelt die Wandung des Nehmerzylinders auf und die Brühe färbt sich dunkel. Und zwar in dieser Reihenfolge.
Dagegen hilft es, nicht minutenlang mit gezogener Kupplung an der Ampel zu stehen sondern den Gang rauszunehmen um die unterdimensionierte Konstruktion zu schonen.
Wenn zu viel Wasser im Kupplungssystem wäre würde das Zeug maximal gefrieren. Eine 50/50 Mischung von Wasser/Bremsflüssigkeit gefriert in der Kühltruhe noch nicht (getestet :-)!).
gerd
Vollkommenheit entsteht offenbar nicht dann, wenn man nichts mehr hinzuzufügen hat, sondern wenn man nichts mehr wegnehmen kann.
Antoine de Saint=Exupéry

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Tuner01
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Re: Bremsflüssigkeit tauschen bei teilintegralem ABS

Beitrag von Tuner01 » Do 3. Aug 2017, 10:57

Hey DANKE. Ich denke so ist es.
Erwin :thumb:

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