Betr. Motorradsonntagsfahrverbot

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der niederrheiner
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Betr. Motorradsonntagsfahrverbot

Beitrag von der niederrheiner » Do 21. Mai 2020, 21:48

Jetzt drehen se völlig am Rad.

https://www.openpetition.de/petition/on ... iertagen-2


Stephan

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Klausmong
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Re: Betr. Motorradsonntagsfahrverbot

Beitrag von Klausmong » Fr 22. Mai 2020, 09:01

Wenn ich das lese:
In einem weiteren Vorschlag des Ministeriums für Verkehr des Landes Baden-Württemberg sollen die Länder der Polizei bei gravierenden "Lärmüberschreitungen" die Möglichkeit geben, eine sofortige Sicherstellung vornehmen zu dürfen. Außerdem soll das sogenannte Auspufftuning härter bestraft werden.
Wäre ich voll dafür.

Illegale oder manipulierte Auspufftöpfe und Sicherstellung.
Strafe im 4stelligen beriech.

Nur so wird sich was ändern.
Die Strafen sind viel zu gering.
Das zahlt man doch mit Links aus der Portokasse.

der niederrheiner
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Re: Betr. Motorradsonntagsfahrverbot

Beitrag von der niederrheiner » Fr 22. Mai 2020, 12:06

Irgendwas davon wird sicher hängenbleiben. Aber das, das wird uns nicht gefallen. . .


Stephan

Franz Gans
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Re: Betr. Motorradsonntagsfahrverbot

Beitrag von Franz Gans » Fr 22. Mai 2020, 23:32

der niederrheiner hat geschrieben:
Fr 22. Mai 2020, 12:06
Irgendwas davon wird sicher hängenbleiben. Aber das, das wird uns nicht gefallen. . .
Sehe ich auch so und erhebe die Stimme, wo es geht, aber wenn man sich anschaut / durchliest mit welcher Inbrunst die "Soundfanatiker" ihr vermeintliches Recht auf freie Laermentfaltung entsprechend ihrem reduzierten Resthoervermoegen einfordern, habe ich da wenig Hoffnung. Ohne massiven Druck geht leider nichts.
Zum Beispiel habe ich - schon vor mehr als zehn Jahren - hier in der Nachbarschaft einen Motorradfahrer anlaesslich einer zufaelligen Begegnung auf dem Wochenmarkt auf seine Manipulation am Endtopf angesprochen (hatte ich von ihm unbmerkt mitbekommen) und ihm vorgeschlagen von einer Anzeige abzusehen, falls er das Ding innerhalb von 14 Tagen wieder in den Originalzustand zurueckruestet.
Zuerst Rumgeeier von wegen ich solle ihm meine Adresse nennen, damit er den Bereich mit seiner Krawallbuechse zukuenftig umfahren koenne. Auf mein "Nein, danke", kam dann die Bemerkung, er sei in seiner Heimatstadt (auswaertiges Kenzeichen MG) als ein wenig grob verschrieen, und da koennte dann schon mal ein Ohrlaeppchen oder ein kleiner Finger darunter zu leiden haben. Nur zur Einordnung, wie wichtig jemand sich und solch eine Auspuffmodifikation nimmt, dass er sich deswegen zu einer Straftat hinreissen lassen wuerde bzw. ein solche androht. Ich weiss nicht, was in solchen asozialen Leuten vorgeht und waherend ihrer Erziehung schiefgegangen ist.
Gerecht waere es, wenn diejenigen, die den Krach veranstalten dadurch zur Raison gebracht wuerden, aber auch das wird (m)ein frommer Wunsch bleiben und es wird wahrscheinlich reichlich von den Falschen treffen.

VIele Gruesse
Karl-Heinz

redskin
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Re: Betr. Motorradsonntagsfahrverbot

Beitrag von redskin » Sa 23. Mai 2020, 06:38

Natürlich trifft es die Falschen und wird es auch immer treffen.
Es ist ja viel weniger aufwändig, ein generelles Strecken- oder Tagesverbot anzuordnen, als die Trachtengruppe zu veranlassen, da mal heftig tätig zu werden. Nicht dass die Brüder das nicht täten, aber die Politik geht immer den Weg über die Masse. Wenn Geld gebraucht wird, fragt man auch nicht die Leute mit den dicken Bankkonten, die politische Landschaftspflege betreiben, wie es einer derjenigen mal so süffisant beschrieben hat.
Da wird die Masse geschröpft, es kommt bei viel Kleinvieh eben auch ein Haufen zusammen.

So geht es nun uns Kradisten an den Kragen, weil irgendwelche mit untenliegender Nockenwelle gesteuterten Wachkomapatienten nicht davon ablassen können, dass loud pipes lives saven täten oder nur ein Screamer mit offener Auspuffklappe den wahren Genuss bietet.

Besonders schön ist es, wenn das Streckenverbot für Sonn- und Feiertage neu ist, und nicht schon zuvor angekündigt wird. Da darf man dann auf freier Strecke wenden (der Rest des Verkehrs darf aber und will auch!), in die nächste Ortschaft retour fahren und dann die noch kleinere Diritissima nehmen, bis auch dort genervte Bürger auf ein Fahrverbot bestehen. So erst kürzlich erlebt und mit dem Kopf geschüttelt.

Ich würde das im großen und ganzen mit Dekadenz oder vulgo Schwarmblödheit umschreiben. Sowohl die Krawallbrüder, als auch die Verwaltung, die solche Verbote ausspricht, zumal sowas auch rechtlich angreifbar ist, sofern man juristisch gebildet und mit Finanzkraft gesegnet wäre.

Davor (Schwarmblödheit) ist allerdings auch und gerade die Politik nicht gefeit, die ja bspw. die Gesetzeslücke, welche die Klappenauspuffe legalisiert, noch immer nicht geschlossen bekommt.

Viele Grüße
Dirk

der niederrheiner
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Re: Betr. Motorradsonntagsfahrverbot

Beitrag von der niederrheiner » Sa 23. Mai 2020, 10:20

". . .dass loud pipes lives saven täten . . ." wird ja auch von den ach so trendigen MOtorradzeitschriften seit Jahren verbreitet. Wahrscheinlich kommt daher die Behauptung "Der Kunde möchte das so!". . .

Ich les auch immer von "Soundsystemen". Was soll das sein? An'nem Motorrad?


Stephan

redskin
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Re: Betr. Motorradsonntagsfahrverbot

Beitrag von redskin » Sa 23. Mai 2020, 10:48

Mittlerweile werden im Automotivebereich Unsummen für das Sounddesign, die Haptik und sogar den Geruch (von Autos) ausgegeben. Nur dann, wenn das Gesamterlebnis stimmt, gibt der reizüberflutete Kunde sein Sauerverdientes für Sachen aus, die er bei reinem Vernunftdiktat nicht einmal ansatzweise in Erwägung ziehen würde (ich denke da an Autos, mit Vierzylinder downsize Motoren und einem künstlich erzeugten V8 Klang).

Auch im Zweiradbereich ist das nicht anders. Sportler müssen klingen, wie auf der Rennstrecke, ob mit TÜV (teuer) oder ohne (marke Flexwech).
Hörleys müssen Bollern wie ein Lanzbulldog auf Drogen usw, und sei es mit per Handy App ferngesteuerter Auspuffklappe.
Nur damit sich Ottonormalo von seiner Mitmasse abhebt und zeigen kann, hallo hier kommt einer, der meint, er hat den Längsten überhaupt.

Es ist sowas von widerlich, wenn man sich mit solchen Menschen über Motorräder, die Greta's dieser Welt oder gar über elektrische Antriebe unterhalten muss. Was da für ein Schwachmatengesülze kommt, mit dem man sich Milwaukey und Shelby Cobra schönreden muss (der Mann ist kerngesunder Frühpensionär, geizig wie die Nacht finster und Fan von allem, was aus Amiland kommt, Krach macht und nach großer Freiheit duftet).

Manchmal fragt man sich da schon: Wo issen des Hirn? Besonders wenn es sich bei den Delinquenten um Zeitgenossen handelt, die eindeutig der reiferen Jugend zuzuordnen sind, also alte Säcke sind, wie ich es einer bin. :D

Ich erinner noch gut meine Jugend: bei uns im Kaff gab es eine Kurve, zweispurig, da mussten die großen Jungs immer tüchtig beschleunigen und sind mit den damals angesagten Maschinen die Gasse raufgeheizt, wie blöd (innerorts). Einer hatte eine BMW, war kaum langsamer, aber dezent leise. Drehmoment eben und Understatement. Leider hat er dann eine gebrauchte 4-Rohr Auspuffanlage von Honda an die 90er gedengelt und die Flöten rausgenommen.

Man sieht: es ändert sich wenig, der Mensch ist halt a Rindviech.

Greetz
Dirk

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